Erfahren Sie alles über Kastanien!

Herkunft

  • Die Kastanie stammt wahrscheinlich aus Griechenland. Genau kann man das nicht mehr sagen da es viele Theorien dazu gibt. Die Europäische Edelkastanie (castanea sativa), kurz Kastanie genannt, wurde schon früh als kalorienreiche Nahrung mit vielen Vitaminen als Winternahrung genutzt.

Sorten

  • Ecker1 ist die in Österreich weit verbreiterste Sorte der Edelkastanie. Früchte sind groß und gut. Ernte ist sehr früh und ergiebig (fällt in einer Woche). Sie braucht keinen Befruchter und ist auch ziemlich Winterhart.
  • Bouche de Betizac ist die in Europa weit verbreiterste Sorte der Edelkastanie. Früchte sind sehr groß und schmecken sehr gut. Sie ist resistenter gegen den Rindenkrebs und resistent gegen die Gallwespe. Braucht aber einen Befruchter Sorte z.B. Echer 1 oder Marsol.
  • Marsol gewinnt auch immer mehr an Bedeutung in Österreich. Vor allem als Befruchter für die Sorte Bouche de Betizac sind Sie besonders gut geeignet. Früchte sind sehr groß und schmecken gut. Ernte ist etwas später als die Ecker1.

 Förderungen

  • Momentan gibt es in Bio betrieben eine Förderung von 700€ + 200-340€ Erosionsschutz pro Hektar Edelkastanien. (mindestens 100 Bäume am Hektar)

Kastanie oder Maroni

  • Im Grunde sind alle Maroni Kastanien aber nicht alle Kastanien sind Maroni. Der Begriff Maroni ist im Handel endstanden und steht für große Kastanien die für einen Kilogramm weniger als 90 Stück benötigen. Maroni darf auch nur gesagt werden, wenn Sie gewisse Anforderungen erfüllen z.B. guter Geschmack, rötliche Schale, gute Schälbarkeit, süßlicher Geschmack, usw. Darum dürfen wir alle unsere Kastanien Maroni nennen.
  • Wenn Sie gerne selber drüber diskutieren oder sehen wollen was andere darüber sagen, schauen Sie einfach im Forum vorbei.

Düngung

  • Da wir unsere Produkte nachhaltig & biologisch bewirtschaften verzichten wir auch auf Düngemittel. Den „langsam wachsende Bäume“ wachsen robuster und sind stärker gegen Krankheiten.
  • Wenn Sie dennoch düngen möchten gibt es für die Kastanie in den Plantagen besondere Bedürfnisse mit denen wir uns leider noch nicht auseinandergesetzt haben. Daher können wir hierzu auch leider keine Tipps geben.

Nutzholz

  • Das Kastanienholz ist ein Wertholz und bei den Tischlern sehr beliebt. Da das Kastanienholz sehr hart ist und auch das Muster und die Farben sehr schön sind ist es optimal um beständige Möbel oder auch Bauwerke zu erstellen. Eine große Bedeutung hat das Kastanienholz auch bei den Hopfen- und Weinbauern, die diese als Säulen für Ihre Plantagen nutzen, weil eine längere Nutzungsdauer gewährleistet ist.

Krankheiten

  • Der Rindenkrebs (Cryphonectria parasitica) greift die Rinde des Kastanienbaumes an und unterbindet die Wasser- bzw. Nährstoffzufuhr des Baumes. Erkenntlich ist die Krankheit an eingefallenen Stellen mit roten Pusteln auf der Rinde und am Absterben von Baumteile.
  • Behandlung: Einbringung von Hypovirolenz bzw. Ausschneiden von befallenen Rindenstellen. (auf Hygiene achten) Die Sorte Bouche de Betizac ist laut unseren Beobachtungen resistenter gegen den Rindenkrebs als andere Sorten.

Schädlinge

  • Die Kastaniengallwespe (Dryocosmus kuriphilius) ist ein aus Japan stammender Schädling, der seine Eier in den Knospen der Kastanien legt und somit den Ertrag minimiert. Man kann mit Einbußen bis zu 80% rechnen, wenn der Baum komplett befallen ist.

Bekämpfung: Es gibt natürliche Feinde der Gallwespe, die die Larven auffressen und die Vermehrung unterbinden. Diese sogenannten Feinde nennen sich Torymus sinensis. Oder man setzt Einfach resistente Sorten wie zum Beispiel die Bouche de Betizac.

  • Auch Wühlmäuse können große Schäden an den Kastanienbäumen verursachen. Sie fressen gerne die feinen Wurzeln der Kastanienbäume ab. Die Kastanienbäume haben danach meist keine Chance zu überleben.

Bekämpfung: Eine Möglichkeit zur Bekämpfung ist es den jungen Kastanienbaum um die Wurzeln ein Hasengitter zu wickeln. Dies wird aber von uns vermieden, da es natürlich den Baum im Wachstum stören kann und Umweltschonender ist. Eine weitere Möglichkeit ist es mit Duftstoffen die Wühlmäuse fern zu halten. Wir verwenden dazu Narzissen. Die nicht nur als Abwehr von Wühlmäusen gut funktionieren, sondern auch sehr anschaulich sind.  Es ist auch hilfreich auf natürliche Feinde zu zählen und diese zu unterstützen, indem man die Rasenkante niedrig hält und auch Aufsitzmöglichkeiten für Greifvögel schafft.

  • Man sollte die Bäume auch gegen Wildverbiss schützen. Dazu sind Netze oder Zäune um die Bäume hilfreich. So können die Bäume auch nicht „verfegt“ werden. Zudem eignet sich gegen den Verbiss an der Rinde auch ein Anstrich aus Kalk mit feinem Sand.
  • Spätfrost kann den Bäumen auch schaden. Wir schützen unsere Bäume mit Kalkanstrichen und frostsicheren Lagen.

Ernte

  • Bei uns am Betrieb wird noch alles händisch gesammelt, da wir noch zu wenig Flächen haben um eine Erntemaschine anzuschaffen. Erfahrene Erntehelfer sammeln bis zu 25 kg Kastanien in der Stunde.
  • Es gibt in Österreich auch schon Erntemaschinen wie sie auch die Fachschule Silberberg hat. Mit der Erntemaschine ist eine schnellere Ernte schaffbar. Jedoch leidet aber die Qualität darunter, da mit den Kastanien auch Steine und Erde eingebracht werden.

Vermarktung

  • Es ist momentan kein Problem die Kastanien direkt zu vermarkten, denn die Nachfrage ist gegeben. In Österreich werden jährlich tausende Tonnen Kastanien importiert. Da in den letzten Jahren „Nachhaltigkeit“ immer größer Geschrieben wird, vertreten wir die Meinung, dass Kastanien aus Österreich wertvoller bzw. gefragter als importierte Ware sind. Zudem werden frische Kastanien in Österreich früher geerntet als z.B. in Italien. Deswegen werden zu Saisonbeginn immer Altbestände vom Vorjahr importiert.

Zubereitung

  • Das richtige Kastanien Braten hat bei uns Tradition. Sie sollten durch sein, nicht verbrannt sein, nahezu keine Schale mehr draufhaben und auch noch gut schmecken.
  • Es gibt viele gute Arten Kastanien zu braten oder zu dünsten. Wir machen dies mit unserem selbst gebauten Ofen und der selbst konstruierten Pfanne. Da wir die Kastanien vor dem Braten nicht anschneiden, muss die Flamme aus Kastanienholz anfangs hoch sein und die Schalen anbrennen, damit wird das Aufplatzen verhindert. Danach sollte die Flamme zurückgehen und nicht mehr in die Kastanien brennen, was in die Brenn-Eigenschaften des Kastanienholzes passt. Wenn die Kastanien durch sind, entfernt man durch Hochwerfen und rütteln in der Pfanne die Schalen der Kastanien. Danach schnell in einen Topf mit einem Handtuch und mindestens 10 Minuten nachziehen lassen um den guten Geschmack zu erreichen. Und fertig sind die durch gegarten, nicht verbrannten, schalenlosen und gut schmeckenden Kastanien. Guten Appetit!
  •   Die Bratkunst wurde seit Generationen in unserer Familie perfektioniert und immer weitergegeben. Auf Wunsch braten wir die Kastanien für Sie vor Ort. Weitere Infos unter Angebote. Neu Jetzt auch im Onlineshop bestellbar.

 

Haltbar machen

  • Da die Kastanie eine schnell verderbliche Frucht ist, sollte sie so schnell wie möglich verzehrt werden. Da es aber vorkommt, dass Kastanien über blieben oder auch noch Wochen später die gleichen Kastanien gegessen werden sollen, kommt man nicht ums haltbar machen herum. Zudem gelagerte Kastanien auch an süße gewinnen und immer besser im Geschmack werden. Durch eigene versuche haben wir schon gute Resultate erzielt.
  • Methode: Wir legen die Kastanien in normales Wasser ein. Dabei schwimmen die Wurmigen schon mal auf und können getrennt werden. Sie sollten dann bis zu sieben Tage im Wasser bleiben, wobei das Wasser Täglich gewechselt werden sollte. Es sollte jedenfalls so lange weiter gemacht werden bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Die Luftblasen endstehen durch die Milchsäure Gärung im inneren der Kastanie. Nach dem Wasserbad sollten die Kastanien am besten auf ein Gitter zum trocken gelegt werden. Danach die Kastanien kühl und trocken lagern. Vor Verwendung noch für eine Halbe stunde ins Wasser.
  • Durch diese Methode können wir jedes Jahr zu Weihnachten eigene Kastanien essen.

 

 

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